Ist die globale Krise eine Chance für die Region?

Die Corona-Krise hat zahlreiche, in der Dimension unbekannte negative Auswirkungen, ein positiver Aspekt könnte jedoch die Rückbesinnung auf die Regionalität sein

Denn der jahrelange Trend, Produkte aus Tiefkostenstandorten irgendwo in der Welt zu beziehen und die eigenen Lager möglichst klein zu halten, könnte auch dank der weltweiten Corona-Pandemie zu einem Umdenken führen. Denn eine Schliessung der Grenzen und/oder Produktionsausfälle in diesen Ländern zeigt uns auch wie verletzlich eine Gesellschaft ist, die auf funktionierende globale Lieferketten angewiesen ist. Zur Absicherung ihrer benötigten Produkte sollten sich deshalb die Firmen wieder stärker auf regionale und lokale Zulieferer besinnen. Grundsätzlich geht es dabei aber nicht nur um darum einen Engpass zu überwinden, sondern auch um eine längerfristige Zeichensetzung!

Schön wäre, wenn die Wichtigkeit der regionalen schweizerischen Zuliefererindustrie bei den Kunden wieder ins Bewusstsein gerufen würde.

Die nächsten Wochen werden für viele Firmen in finanzieller Hinsicht schmerzhaft werden, die Banken werden die Zinsen weiter senken, was wiederum unsere Vorsorge belastet. Mit Kurzarbeit kann diese Phase überstanden und Entlassungen vermieden werden, aber auch die Banken müssen ein Zeichen setzen indem sie notfalls Kredite für Liquidationsengpässe sprechen.

Die wichtigste Massnahme werden aber die Kunden selber sein, indem sie das regionale Gewerbe trotz oder genau wegen der Krise weiterhin oder vielleicht auch wieder mehr berücksichtigen. Denn eine Auftragsvergabe in der Region lohnt sich immer. Einerseits wird der Erhalt von Arbeitsplätzen und Lehrstellen gesichert und andererseits die Steuerkraft der Gemeinden gestärkt. Dies wiederum führt zu mehr Mitteln für jeden Einzelnen, was schlussendlich auch wieder mehr Konsum zulässt. Eigentlich ein sehr einfacher, aber funktionierender Kreislauf.

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Coronavirus als Chance für die Region