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Quellwasser, aber selbstverständlich

Wie auf der Alp Lasa Quellen saniert wurden

Valens ist bekannt für seine Reha-Kliniken und die Tamina-Schlucht. Dass die Ortsgemeinde
ihr Trinkwasser von hoch gelegenen Quellen bezieht, verwundert nicht angesichts der einladenden Berge rund um den Pizol (2'844 m ü.M.). Das Quellgebiet Alp Lasa liegt über
1'800 m hoch. Es umfasst ein halbes Dutzend unauffälliger Brunnenstuben und noch mehr
Fassungsstränge, die im Boden vergraben sind. Nach hundert Jahren Betrieb sind kleinere
und grössere Schäden bei Schächten und Leitungen feststellbar. Dies hat die Ortsgemeinde
Valens-Vasön (politische Gemeinde Pfäfers im Kanton St. Gallen) bewogen, im Sommer
2019 eine dringliche Instandsetzung vorzunehmen. Diese beschränkt sich vorerst auf die
Sanierung von drei Quellfassungen. Ein umfassendes Sanierungsprojekt zur Erneuerung der
weiterhin benötigten Quellen und Ableitungen ist für die kommenden Jahre geplant.

Die Sanierung einer Quelle kann nicht im Detail auf dem Papier geplant werden, sondern
muss sich vor Ort entwickeln. Sie beginnt mit Grabarbeiten zur Erkundung der vorhandenen
Wasseraustritte und Wasseraufstösse. Dabei werden bestehende Fassungseinrichtungen
vollständig rückgebaut. In dieser Phase des sogenannten Schürfens wird vom Baggerfahrer
und von der Bauleitung viel abverlangt. Es geht letztlich darum, am richtigen Ort zu graben
und bis zum Quellhorizont zu schürfen. Um das Wasser zu sammeln, wird anschliessend
eine neue Fassung in Form eines doppelten Betonriegels mit Auslaufrohr errichtet. Was sich
im Prinzip einfach anhört, kann in schwierigem Gelände schnell anspruchsvoll werden.
Kommt hinzu, dass jede Art von Schmutzeintrag - z.B. Laub, Öltropfen, Reste von Zigaretten
oder Tierexkremente an Schuhen - absolut vermieden werden muss. Aus dem gleichen
Grund wird das eingebrachte Geröll vor und nach dem Einbau gründlich gewaschen.
Schliesslich geht es hier um die "Herstellung des Lebensmittels Trinkwasser". Eine solche
Arbeitsweise ist im Bau sonst nicht üblich. Schürfarbeiten und Quellsanierungen setzen so
ein Knowhow voraus, welches heute nicht mehr landläufig verfügbar ist.

Auf der Alp Lasa wurde speziell darauf geachtet, dass die Umweltbeeinträchtigungen auf ein
Minimum begrenzt bleiben. Wichtigste Massnahme für den Bodenschutz ist der Einsatz eines sich schonend bewegenden Schreitbaggers für die Grabarbeiten. Ausgehobenes Erdmaterial und Baumaterial wurde wo möglich auf unempfindlichen Flächen der Alpweide oder auf der Zufahrtsstrasse zwischengelagert. Der Umwelt zuliebe wurden die Materialtransporte zwischen dem örtlichen Lagerplatz und der wenig weit entfernten Fassungen mittels Helikopter durchgeführt. Der Heli kam so zum Beispiel auch beim Betonieren zum Einsatz. Dies ersparte den Bau einer Transportpiste im Steilhang. Auch wenn im vorliegenden Fall keine inventarisierten Lebensräume zu berücksichtigen waren, galt es dennoch, die Eingriffe in die Pflanzenwelt und die Landschaft so gering wie möglich zu halten.

Mit der Instandsetzung der ersten drei Quellfassungen auf der Alp Lasa ist die Versorgung
von Valens nun über den kommenden Winter wieder sichergestellt. Auch wenn aus Sicht des
Verbrauchers überall und jederzeit einwandfreies Trinkwasser erwartet werden darf, zeigt
eine solche Quellsanierung immer wieder, dass sauberes Trinkwasser vielleicht doch nicht eine reine Selbstverständlichkeit ist.

zur Webseite uli lippuner ag

Impressionen der Quellfassung 1

Quellgebiet Alp Lasa
Vorbereitungs-
arbeiten, separate
Deponie der Rasenziegel
Quellfassung mit Quellaustritt
Schalungsarbeiten
Lehm stampfen
Sickerrohre DN 150
Einbringung Geröll mittels Helikopter
Magerbeton fliegen
Quellableitungen provisorisch einleiten
Eindeckung Quellfassungen